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Von vielfältiger Natur und versteckten Meinungen

15 Jul
Von vielfältiger Natur und versteckten Meinungen

Während ich diese Zeilen schreibe ist es noch genau EIN MONAT bis zu meiner Ausreise. Immer schneller bekommt der Abschied ein Gesicht und die Wochenenden werden plötzlich knapp, bei den ganzen Sachen die man noch erledigen und Personen und Orte die man noch besuchen möchte. Dazwischen liegen die letzten Arbeitstage, die weiterhein von einem eher gemäßigtem Arbeitspensum geprägt sind. Aber auch hier stehen die Zeichen jetzt immer deutlicher auf Abschied: Die Abschiedsfeier wird geplant, eine abschließende Evaluation mit meiner Organisation steht an, Arbeitspläne für meine Nachfolger werden entworfen.

Währenddessen wird auch der Kontakt nach Deutschland schon immer intensiver. Erste Unternehmungen nach meiner Rückkehr werden geplant, der Studienplatzvergabe Mitte August wird hingefiebert und so holt mich der zukünftige Alltag in der „alten Heimat“ schon stückweise wieder ein – auch, wenn noch ein Weltmeer dazwischen liegt. Der Übergang vom Freiwilligen- ins Studentenleben kündigt sich also deutlich an, ich bin gespannt, wie er dann am Ende ablaufen wird. Klappt es fließend? Wird es ein abruptes Ende und ein plötzlicher (Neu-) Beginn? Die Zeit zwischen den beiden Leben beträgt ja gerade mal anderthalb Monate. Eine kurze Zeit, wenn man sich überlegt, was alles ansteht: Von Costa Rica nach Deutschland fliegen, ganz viele Leute in ganz Deutschland verteilt wiedersehen und so oft möglich treffen, den endgültigen Studienplatz wählen, in den Urlaub fahren, noch mehr Leute wiedertreffen, Zeit mit der Familie genießen, das Rückkehrerseminar in Berlin rocken, wohlmöglich einen Umzug (Bremen? I hope so!) organisieren, ein erneutes Einleben, ins Studentenleben starten und wohl noch vieles mehr.

Aber nein, beschweren möchte ich mich nicht. Vielmehr versuche ich hier nochmal Sonnenstrahlen, Reis und Bohnen und was mir noch so Energie spendet zu tanken, um dann den Spagat nach und in Deutschland hinzubekommen. Das Abenteuer nach dem Abenteuer sozusagen. Ein spannender Lebensabschnitt nach dem Anderen. Nein, beschweren kann man sich da nicht!

Und da für mich nun nur noch ein Monat in Costa Rica bleibt, läuft auch die spezielle Abschieds-Tournee auf diesem Blog weiter. Teil 2 von Das werde ich von Costa Rica vermissen – darauf freue ich mich schon besonders in Deutschland (DwivCRv-dfimsbiD):

An Costa Rica wird mir besonders fehlen:…

la naturaleza – die Natur! Palmen, Urwälder, Nebelwälder, Regenwälder, Urbäume, zigfache Mikroklimate auf kleinstem Raum, Meer und Berge, Flüsse, Wasserfälle…und dann noch die Tierwelt!

In Deutschland freue ich mich schon besonders darauf,…

dass ich eine Meinung vor den Latz geknallt bekommen kann und mir nicht über tausend Umwege klar gemacht wird, dass ich gerade Mist gebaut habe!

(hier geht es zu Teil 1 der Reihe, wer ihn bisher nicht gelesen hat!)

Natur vs. Gesellschaft? Naja, dass ist wohl sehr überspitzt. Aber definitiv sind diese beiden Dinge zentrale Sachen, die mir in diesem Jahr aufgefallen sind.

So wurden wir schon vor unserer Ausreise von ehemaligen Freiwilligen darauf aufmerksam gemacht, dass man in Costa Rica seine direkte und ehrliche Meinung eher für sich behält. Dafür gibt es Anspielungen, versteckte Kommentare und Aussagen, die eigentlich das genaue Gegenteil der eigentlichen Meinung ausdrücken. Nicht gerade einfach für jemanden, der erzogen wurde seine Meinung klar und offen zu sagen und sie dann auch zu vertreten und der dies auch von seinen Mitmenschen gewohnt war. Auch in Deutschland konnte ich wenig mit so einem Verhalten anfangen, wie es die Ticos hier zumeist an den Tag legen. Und auch, wenn diese Einstellung in der Vergangenheit in Deutschland an manchen Stellen vielleicht nicht so förderlich war für mich, glaube ich damit doch sehr richtig zu fahren. Und glaube es auch nach diesem Jahr der indirekten Meinungsäußerung noch oder vielleicht gerade umso mehr.

Natürlich kann ich hier nur einen kleinen, nämlich meinen, Eindruck darstellen. Die Erläuterungen sind logischerweise klar subjektiv und nicht allgemeingültig. Nur, um zu verhindern, dass ich mit diesen kleinen Textchen jetzt Vorurteile schüre. Natürlich habe ich auch in diesem Punkt unterschiedliche Erfahrungen gemacht, stelle hier lediglich meinen Gesamteindruck dar!

Auf der anderen Seite steht also die Natur Costa Ricas. Ich denke ihr habt durch die Vielzahl an Bildern schon einen kleinen Eindruck davon gewinnen können, was ich hier in Zukunft vermissen werde. Logisch, dass man Deutschland und Costa Rica hier grund ihrer geographischen Lage nicht vergleichen darf, aber das möchte ich damit ja auch gar nicht. Ich will nur sagen, dass mich die Natur in diesem kleinen Land (ich habe es bestimmt schon einmal erwähnt, Costa Rica hat circa die gleiche Fläche, wie Niedersachsen!) mit ihrer Vielfalt, mit ihren Farben, mit ihren Formen, mit ihren Gerüchen, mit ihren tierischen Bewohnern von der Ameise bis zum Faultier und allen weiteren Eindrücken zutiefst beeindruckt hat. Der Naturschutz den dieses Land betreibt ist vorbildlich und man kann nur hoffen, dass er weiterhin so bestehen bleibt und nicht (von Neuem)  wirtschaftlichen und poltischen Interessen (die auch hierzulande leider viel zu oft irgendwie Eins sind..) zum Opfer fällt. Vielleicht haben ja viele von euch aus Neugier schon einmal den Artikel zu Costa Rica auf wikipedia gelesen. Ich zitiere hier einfach mal einen Absatz:

Costa Rica weist eine sehr hohe Biologische Vielfalt an Pflanzen und Tieren sowie Landschaftsformen auf. […] Mit einer Landfläche von rund 51.100 Quadratkilometern und einem Gebiet von 589.000 Quadratkilometern an territorialen Gewässern gehört Costa Rica zu den 20 an Biodiversität reichsten Ländern der Erde. Die beiden Küsten und die Bergregionen weisen eine Vielzahl verschiedener Mikroklimate auf, die mit ein Grund für die Fülle verschiedener Ökosysteme des Landes sind. Die nachgewiesenen 500.000 Arten des Staates sind 4 % der weltweit angenommenen Arten. 300.000 der insgesamt 500.000 Arten sind Insekten (Insecta).

(Quelle: wikipedia)

Ich glaube viel mehr Argumente braucht es nicht mehr, oder? Wer sich noch weiter beeindrucken lassen möchte, kann sich gerne den gesamten Artikel durchlesen. Wenn euch dabei oder an anderen Stellen noch Fragen über Land und Leute und Natur aufkommen, gebt sie sehr gerne an mich weiter. Ich würde mich freuen, ein paar Fragen von meinen Lesern hier im Blog beantworten zu dürfen, falls der jeweilige Fragensteller mit der Veröffentlichung einverstanden ist. Denn ich bekomme generell nicht soo viel Rückmeldungen zu dem, was ich hier so verzapfe und kann mir natürlich nie ganz sicher sein, ob der Text auch für „Laien“ verständlich ist, die das Land noch nie gesehen und erlebt haben.. also: Her mit euren Fragen, ich beantworte sie dann so schnell, wie möglich in den nächsten Beiträgen!

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Ein Kommentar

Verfasst von - 15. Juli 2013 in Berichte, Rückkehr-Countdown

 

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Eine Antwort zu “Von vielfältiger Natur und versteckten Meinungen

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