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Neues ganzes oder neues halbes Jahr?

12 Jan
Neues ganzes oder neues halbes Jahr?

Viel zu lange ist es her, dass ich mich hier zu Wort gemeldet habe. Einerseits war bestimmt die berühmte „Jahreswechselmüdigkeit“ Schuld, andererseits kam mit meiner Familie auch ein guter Grund zur Ablenkung und zum Reisen. Darüber, und warum für mich nicht nur ein neues ganzes sondern auch ein neues halbes Jahr beginnt, lest ihr in meinem ersten Beitrag aus Costa Rica in 2013.

Als weltwärts-Freiwilliger hat man, wenn man sich noch nicht völlig in der Zeit verloren hat, zwei Zeitrechnungen im Kopf. Die übliche, die gerade wieder ein altes Jahr abgeschlossen und ein Neues angebrochen hat, und die Zeitrechnung, die ein Jahr von August bis August einteilt. Den Zeitraum unseres Aufenthaltes im Gastland. Wenn man hier vor Ort Tag für Tag ins Büro geht, die Wochenenden mal in San José, mal auf dem Land verbringt und einen, bei mir, doch recht gleichläufigen Tagesablauf lebt, vergeht die Zeit nicht übermäßig schnell. Inmitten der ruhigen Lebensweise der costaricanischen Landbevölkerung und der doch überschaubaren Arbeitsbelastung, hat man nicht das Gefühl, dass schon fast die Hälfte der Freiwilligen-Zeit verstrichen ist. Wenn man sich diese Tatsache dann mit einem Blick auf den Kalender ins Gedächtnis ruft, beginnt das Nachdenken: Schon fünf Monate bin ich hier? Noch gut sechs folgen? War ich nicht gerade noch „der Neue“ hier? Spätestens, wenn man mitbekommt, dass der EED und die Organisation hier vor Ort über den nachfolgenden Freiwilligen für das nächste Dienstjahr verhandeln, wird einem doch recht deutlich, dass die Zeit hier durchaus endlich ist. Noch kommen einem sechs weitere Monate sehr lange vor, aber so dachte ich auch, als ich doch gerade erst, vor fünf Monaten, in dieses tolle Land kam…

So nachdenklich dieser Absatz nun auch erscheint, erfreue ich mich sehr, noch sechs Monate hier leben zu dürfen. Natürlich gibt es weiterhin die „Auf und Abs“, mal mehr Arbeit, mal mehr Beschäftigungstherapie, mal kommt man besser mit der Entfernung zu seinen Liebsten in der Heimat klar, mal schlechter. Aber mittlerweile hat man auch gelernt, diese Dinge in seinem Alltag zu verarbeiten und nicht den positiven Blick nach vorne zu verlieren.

Diese Einstellung half mir nun auch durch eine traurigere Woche, die ich nach der Verabschiedung meiner Familie hatte. Denn, und damit kommen wir zur oben erwähnten „Ablenkung“: Seit Mitte Dezember hatte ich eine besonders tolle Unterstützung im Valle Azul und eine super Begleitung auf der Reise durch Costa Rica: meine Eltern und meinen Bruder. Nach ein paar Tagen hier im Dorf, bahnten wir uns unseren Weg durch Regen und Sonne, über „Passstraßen, wie in Österreich oder der Schweiz“ (Zitat meines Vaters, wenn er mal wieder einen Berg hochkam, mit dem untermotorisierten Miet-SUVchen), durch Flüsse (zur besonderen „Freude“ meiner Mutter) und über Schotterpisten, die meinen Bruder und mich auf der Rückbank durchschüttelten. Somit erlebte ich die Feiern um die Jahreswende zwar in einer ganz neuen und ungewohnten Umgebung, aber dennoch in der üblichen Begleitung. Für mich war dies genau der richtige Kompromiss. Und, so viel sei zuzugeben, auch eine recht bequeme Art dieses Land einmal genauer zu erkunden! Ich habe das Gefühl, dass mich diese neuen Eindrücke noch ein großes Stück weiter gebracht haben, bei der Identifikation mit diesem Land.  In den nächsten Tagen möchte ich, wenn nicht die altbekannte „Neujahrsmüdigkeit“ dazwischen kommt, noch ein paar Reiseberichte zu den verschiedenen Stationen unserer Tour veröffentlichen und unterhaltsam bebildern, damit ihr mal mehr seht von diesem, gerade von der Natur her, so wundervollen Land.

Nun habe ich also schon wieder eine Woche alleine verbracht. Der Umstieg ist mir mittlerweile gelungen und auch einer der berühmten Vorsätze für das neue Jahr scheint sich ausnahmsweise mal in den Alltag gerettet zu haben: Ich fordere mehr von mir aus nach Arbeit oder präsentiere eigene Ideen, die ich noch umsetzen möchte. Eine große Baustelle, die mich wohl noch meine gesamte Zeit hier begleiten wird, ist die neue Homepage von JAZON (guckt gerne mal rein, sagt mir eure Meinung und teilt die Seite!). Um ein noch größeres Publikum anzusprechen und auf die Organisation und insbesondere die touristischen Angebote aufmerksam zu machen, wurde eine völlig neue Homepage entwickelt. Zufälligerweise auf dem System von WordPress, dass mir ja durch diesen und andere Blogs schon recht geläufig ist. Alle noch unbekannten Schritte der Homepage-Pflege haben wir, ganz modern, per Video-Konferenz erlernt und versuchen uns nun, Stück für Stück, mit ihnen anzufreunden. Somit beschäftigen mich im Moment so schöne Dinge, wie das „Search Engine Optimizing“ (=dafür sorgen, dass man, egal was man bei google eingibt, immer unsere Homepage findet…oder zumindest meistens ;-)) oder das Bearbeiten (hier lustiger Weise „manipulacion“ genant) von Bildern und so weiter. Auf diesem Wege lerne ich also quasi für lau auch noch das (semi-professionelle) betreuen einer Homepage und ihrer Inhalte – netter Nebeneffekt! Zusätzlich steht natürlich weiterhin der Mail-Verkehr mit Kunden oder das Erstellen von Reisepaketen auf dem Plan. Und wenn man sich für diese Arbeiten die Zeit gut und „kraft-sparend“ einteilt, füllt dieser Plan mittlerweile sogar ganze Tage..

Nun seid ihr also erst einmal wieder auf dem neuesten Stand. Nachdem ich in einer Woche meinen Geburtstag feiere, steht für uns Freiwillige das offizielle Zwischenseminar an, mit Freiwilligen aus ganz Zentralamerika! Dann haben wir auch rein rechnerisch die Halbzeit unserer Zeit im Ausland erreicht. Und am Horizont kündigt sich nun auch schon die Ankunft eines weiteren, besonders tollen Besuches an :-).

Für euch kommt hier noch ein Gruß vom Pazifik, der eigentlich schon pünktlich zum neuen Jahr bzw. zu Weihnachten ausgestrahlt werden sollte (wie man hört..). Dafür kann ich euch damit jetzt noch ein frohes neues Jahr wünschen, mit ganz viel Freude und Kraft für alles, was es dieses Jahr so zu bewältigen gibt: Von ABI-Prüfungen, über erste Semesterarbeiten hinzu Ausbildungsabschlüssen oder gar dem Eintritt ins Rentnerleben! Ich bedanke mich mit diesem Gruß auch herzlich (man klingt das feierlich…) für die Unterstützung im gesamten Jahr 2012!                                                                                                    Und mindestens zum Schmunzeln bringe ich euch mit meiner unrasierten Visage hiermit wohl auch noch 🙂

Also MAZ ab!

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4 Kommentare

Verfasst von - 12. Januar 2013 in Kurzmeldungen

 

4 Antworten zu “Neues ganzes oder neues halbes Jahr?

  1. Julia

    12. Januar 2013 at 02:16

    Sehr motiviert zum Meer gejoggt am Ende 😀

     
    • kuempsi

      12. Januar 2013 at 02:21

      Ja, sollte eigentlich herausgeschnitten werden, war ich dann aber zu faul zu…so trägts noch zur Belustigung bei 😉

       
  2. Daniel

    12. Januar 2013 at 08:54

    „ihr zuhause habt ja auch gerade gutes wetter“… das halte ich für eine lüge mein freund…

     
  3. Maxi

    14. Januar 2013 at 19:49

    Neujahrsansprache unter Palmen – das wäre doch mal ein Optimierungsvorschlag fürs Kanzleramt. 😉

     

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