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Erlebnisreiche erste Tage

20 Aug

Drei vergangene Tage. Eine Vielzahl neuer Eindrücke. Aber fassen kann man das alles immer noch nicht.

Zugegebenermaßen habe ich in meinem ersten Eintrag aus Costa Rica direkt mal gelogen: Der Sprachkurs beginnt erst morgen (Montag). Am Freitag haben wir nur eine kleine Einführung bekommen von Alejandra und ihrer Mutter Sandra, die die Sprachschule bei ihnen zu Hause leiten. Die beiden sind Lehrer an einer Schule hier und betreiben noch die Sprachschule für uns mit ein paar anderen Lehrerinnen. Durch Einzelgespräche haben sie uns versucht je nach Kenntnissen in Gruppen einzuteilen, in denen wir dann ab morgen Grammatikunterricht bekommen.

Sonst haben wir am Freitag ein bisschen die Umgebung erkundet. Wir wohnen in den nächsten zwei Wochen ein Stück außerhalb von San José im wohlklingenden Guadalupe. Dem ersten Eindruck nach zu urteilen eher eine Mittelstandsgegend. Wie schon erwähnt ist jedes Haus mit Gittern, Mauern und/ oder riesigen Toren umbaut. Scheint nötig zu sein hier, obwohl wir bisher noch in keinster Weise mit Kriminalität oder so in Berührung gekommen sind.

     

Ich selber wohne mit zwei Freiwilligen einer anderen Organisation bei einer Gastmama, die sich echt lieb um uns sorgt und fabelhaft kocht! Mal sehen wann ich mich das nächste Mal auf die Waage traue…

Gestern (Samstag) war dann auch schon das erste Mal Urlaubsfeeling angesagt: Mit dem Bus ging es sehr früh von San José nach Jacó, einem Ort an der Pazifiküste. Gut zwei Stunden Busfahrt, die einem allerdings durch die, für den gemeinen Europäer wahnsinnig aufregende, Natur um die Straßen herum erleichtert wurde. An den Anblick solch riesiger Bäume und vielfältiger Vegetation werde ich mich wohl in den nächsten Wochen und Monaten gewöhnen können. Jacó war dann ein netter Ort, der sicher durch den Tourismus geprägt war (auch zu erkennen an der hohen Anzahl an Verkäufern von Marihuana und anderen Drogen) und uns einen netten Strand bot von dem aus man sich in die schon sehr hohen Wellen stürzen konnte. Ein Riesenspaß!

      

Da die Sonne allerdings nahezu Senkrecht auf uns herunter prallte, flüchteten wir „Gringos“ schnell in den Schatten der Palmen, in dem zumindest die meisten (ich natürlich auch) die ganze Zeit blieben. Und siehe da: ICH HABE KEINEN SONNENBRAND! Ich weiß, ihr seid jetzt alle enttäuscht, aber entweder lag es am Schatten oder an der 50+ Sonnencreme, ist ja nicht so als hätte ich gar keine Sonne abbekommen, aber meine Haut hat keine ungewöhnliche Rötung :). Vielleicht kann ich hier ja doch überleben? Oder sogar braun werden? Bleibt gespannt!

Heute (Sonntag) hatten wir dann einen freien Tag (ja, die Tage davor waren offizielles Programm, keine Freizeit!). Den haben wir genutzt um ein bisschen typisch costaricanische Kultur zu erleben, denn in San José fand eine Art Festival statt mit verschiedenen Musikgruppen, dazugehörigem Tanz und insbesondere allen möglichen Masken, die man entweder basteln konnte, die in der Gegend hingen oder in die Tänzer geschlüpft sind. Ein nettes Spektakel!

      

Außerdem konnten wir noch ein bisschen die Stadt erkunden. Oder zumindest den Bereich um das Festival.

San José ist eine wahrlich lebendige Stadt mit viel Verkehr, von dem man als Fußgänger eher mäßig respektiert wird. Daran gewöhnt man sich aber schnell. Das Bussystem ist eigentlich echt gut ausgebaut, feste Pläne gibt es aber nicht, man wartet halt bis der Bus kommt und muss ihn notfalls auch noch anhalten. Das funktioniert aber ganz gut bis jetzt! Sonst ist die Stadt, oder das was wir bisher von ihr gesehen haben, sehr zugebaut. Hier und da findet man Gebäude, die wohl noch aus der Kolonialzeit stammen. Auch einige Parks und Grünflächen gibt es, die für uns Neulinge noch wie Botanische Gärten wirken, dank der Palmen und (für uns) exotischen Pflanzen.

Der erste Eindruck von den Ticos, wie die Costa Ricaner sich nennen, ist echt positiv. Natürlich ist man häufig noch die Attraktion auf der Straße und auch der ein oder andere abfällige Kommentar, der meistens das Wort „Gringo“ beinhaltet, ist zu hören. Aber das kommt wirklich selten vor. Sonst kann man auch mal Leute auf der Straße anlächeln, ohne das man direkt einen verständnislosen Blick erntet, wie zumeist in Deutschland. Die Reaktionen auf unsere für hiesige Verhältnisse wahrscheinlich spärlichen Spanisch-Kenntnisse sind hingegen recht gemischt. Manche bemühen sich uns gut zu verstehen und sprechen vor allem etwas langsamer und „deutlicher“ damit wir sie gut verstehen können. Dennoch gab es bisher keine besonders unangenehmen Missverständnisse.

Das waren soweit meine ersten Eindrücke. Wahrscheinlich wird sich das ein oder andere in den nächsten Tagen bestätigen, ich bin aber auch weiterhin auf alle neuen Eindrücke gespannt.

Ich hoffe ich konnte euch meine ersten Tage einigermaßen verständlich näher bringen. Wenn ihr mehr wissen wollt kommentiert oder schreibt mir eine Mail. Wenn ich Zeit, Lust und Internet habe, gebe ich gerne weiter Auskunft!

Jetzt gibt es hier erstmal Café und karamellisierte Platanos (Kochbananen) – riquísima!

Hasta lluego!

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2 Kommentare

Verfasst von - 20. August 2012 in Berichte

 

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2 Antworten zu “Erlebnisreiche erste Tage

  1. Arnulf

    20. August 2012 at 14:56

    Lieber Joschka, warum bist Du eigentlich in die Karibik gefahren, wenn Du auch in der Heimat bei knapp 40 Grad schwitzen könntest? Ich bin sehr gespannt auf Deine weiteren Berichte, die mir dann bestimmt bald komplett Spanisch vorkommen werden. Über ein paar mehr Bilder würde ich mich sehr freuen. Liebe Grüße und viel Spaß Arnulf

     
    • kuempsi

      20. August 2012 at 21:07

      Gute Frage 🙂 Mehr Bilder kommen jetzt, der Laptop-Akku ging gestern leider zu neige…Liebe Grüße zurück!

       

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